top of page

Tomaten auf den Augen? Oder wie war das? :)

Gleich zu Beginn eine kleine Analyse der ursprünglichen Bedeutung dieser Redewendung, welche bereits einen Verweis auf das großartige Wirkpotential innehat. Im Anschluss dazu wird ein Bezug durch die Klassifikation von Thermik und Gemack aus Perspektive der TCM hergestellt.

Früher wurde die Redewendung "Tomaten auf den Augen" gebraucht, wenn jemand errötete Augen hatte (Hitze oder Blutmangel), verschlafen (Leber-Blutmangel), übernächtigt oder allgemein müde (Qi Mangel), war. Dass der Schlaf allgemein die erholsamste Weise ist, um das Blut zu regenerieren sollte uns allen bekannt sein.

Gerötete Augen sind in der TCM ein Anzeichen für Leber Blut Mangel oder Hitze (Bildschirmarbeit, Konzentration, etc.). Wenn man nicht geschlafen hat, ist Mann oder Frau üblicherweise auch morgens sehr müde und kommt nicht leicht in die Gänge. Hier können wir den Bezug zu einem trägen Leber Qi-Mangel am Morgen herstellen, sprich das nicht sofort anspringen und funktionieren.

 


Quelle: Dennis-klein_Unsplash


Nun zum Gemüse. Sonnengereifte, aromatische Tomaten sind eine feine Sache. Sie schmecken nicht nur köstlich, sondern haben auch ein potentes Wirkspektrum, welches ich in diesem Beitrag teilen möchte.

Tomaten werden in der TCM vom Geschmack her süß sowie sauer klassifiziert. Die Thermik wird als kühlend beschrieben. Tomaten erreichen vom Organbezug den Magen, die Lunge sowie die Leber. Nochmals auf den Geschmack sowie Thermik zurückzukommen. Der süße Geschmack nährt Körperflüssigkeiten, befeuchtet und entspannt somit auch das Qi und dessen freien Fluss. Der saure Geschmack wiederum „bindet“ Körperflüssigkeiten.  Ein gutes Beispiel dafür ist zB Zitrone über Fisch zu träufeln. Das Vitamin C, der saure Geschmack bindet die Vitamine im Körper, wodurch sie besser resorbiert werden können. Befinden sich aber zu viele Ablagerungen im Verdauungstrakt, dann ist der süß-saure Geschmack eher kontraindiziert. Da dieser diese im Körper bindet, weiters vermehrt und die Funktionsfähigkeit des Magen-Dickdarms sowie des Immunsystems lahmt legt.

Befindet sich bereits zu viel Nässe in der Leber oder herrscht zB ein Qi,-Energiemangel, vor, dann werden wir uns auch eher träge, müde, antriebslos fühlen. Mitunter auch Verdauungsbeschwerden, Magenschmerzen, Unterleibsschmerzen, etc. verspüren. Hat die Mitte bzw. der Verdauungstrakt zu viel „Nässe“ und Kälte (aufgrund der kalten Thermik der Tomaten) lagert sich diese im (Leber)-Blut (Organuhr: Magen – Kreislauf-Leber-Blut in Opposition), unter anderem aber auch in der Lunge ab (über die energetische Verbindung zwischen Magen und Lunge, da diese ihren „Sitz“ im Magen haben). Die Lunge wiederum herrscht über die Atmung und die Verbindung zu den Nieren hat eine große Bedeutung. Kann die Lunge die Atem-Energie nicht absenken, erfahren wir Brustkorbbeklemmungen, der untere Körperbereich wird nicht ausreichend versorgt, unter anderem machen sich Flüssigkeitsstagnationen im Gesicht, geschwollene Augenlider etc. bemerkbar. In weiterer Folge werden die Nieren nicht mit wertvoller Energie versorgt, die Ausscheidung über die Blase kann gehemmt sein (Verbindung Organuhr: Lunge in Opposition zur Blase). Zudem verteilen die Lungen das „Wei Qi“, das Abwehr-Qi an der Oberfläche unseres Körpers, wodurch wir gegenüber externen pathogenen Erregern wie Viren, Bakterien, etc. geschützt werden. Ist die Funktion gehemmt, sind wir nicht mehr so gut durch unser Immunsystem geschützt und anfälliger für Krankheiten.

 

Die Wirkung von Tomaten nach TCM:

  • Nähren Körpersäfte

  • Bei Trockenheit (befeuchtend); klären Leere Hitze

  • Klären Bluthitze; stillen Blutung

  • Nähren Leber Blut und Yin; befeuchten Augen

  • Beruhigen aufsteigendes Leber Yang

 

Auf diese Punkte möchte ich kurz eingehen. Die Körpersäfte nährende Eigenschaft wurde bereits oberhalb beschrieben. Den nächsten Punkt der Trockenheit erklärt sich sehr gut über den vorhergehenden, mittels der befeuchtenden Eigenschaft. Ist zu wenig an Yin (Körpersäfte, Blut sowie Yin) vorhanden (durch Auszerrung, Überarbeitung, Schlafmangel, etc.), dann ist das Yang nicht verankert und kann sich ablösen (zB subfebrile Körpertemperatur, spätnachmittags wärmere Handinnenflächen, Fußsohlen, Schwitzen auf der Stirn, gerötete Wangen etc.). Bluthitze wird durch eine Auszerrung des Yin bewirkt, welcher mit der kühlen Thermik der Tomaten vorgebeugt werden kann. Bei Bluthitze denke ich an Gastritis, Magen-Ulcus. Acht ist mit dem sauren Geschmack geboten. Denn der Magenschleimhaut tut dieser gar nicht gut, welche ohnehin angegriffen ist (durch Stress, zu viel Konzentration, Anspannung, scharfe Gewürze, Rauchen, Alkohol, etc.). Deshalb ist es empfehlenswert Tomatensoße Zucker beizumengen. Haben wir Durchschlafprobleme, verspüren wir eine leichte innere Unruhe, trockene Augen, Haut, Haare, ist die Menstruation spärlich, sind dies erste Anzeichen dafür, dass das Leber Blut nicht ausreichend genährt ist. Hier wäre es aber wichtig genauer zu differenzieren, um den Ursprung zu ermitteln. Ist das Leber Blut erschöpft, steigt das Leber Yang. Kopfschmerzen, Migräne können sich manifestieren.

 

Tomaten sind etwas Kostbares! Wusstet ihr, dass sich ihr Geschmack verändert, wenn sie gekocht werden. Also von sauer auf süß! – und dadurch auch ihre Wirkung (wie bereits oben erklärt).

 

Bei einer trägen Verdauung, Müdigkeit und Antriebslosigkeit verwende aromatische Gewürze wie Basilikum, Oregano, Rosmarin, aber auch etwas warm-scharfe Gewürze wie Galgant oder Pfeffer, um der kühlen Thermik entgegenzuwirken. Dann ist die Wirkung schön ausgeglichen, und dann werden Tomaten für den Verdauungstrakt bekömmlich bzw. gut vom Verdauungstrakt resorbiert, hinterlassen keine Ablagerungen und können ihr volles Potential entfalten, Körpersäfte, Blut nähren, als „Puffer“ bei zu viel Hitze dienen.

Wenn du Tomaten roh isst, zB in Form von Tomaten-Mozzarella dann füge schön Essig (Thermik: scharf-heiß), Pfeffer aber auch reichlich Basilikum hinzu, um der kühlen Thermik von Tomaten entgegenzuwirken und den Verdauungstrakt nicht zu beschweren. Dann ist alles gut :)

In der kalten Jahreszeit, sollten allgemein kühle bis kalte Nahrungsmittel und Getränke gemieden werden oder der Thermik mit Gewürzen, Fleisch oder entsprechenden anderen Gemüsesorten entgegengewirkt werden, um so das energetische Gleichgewicht von Yin und Yang beizubehalten.

 

 

22 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
bottom of page