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    Sauna nach TCM

    3. Mai 2020
    5 Min. Lesezeit

    Aktualisiert: 3. Sept.

    Sauna stellt im Westen für viele Menschen einen sehr wohltuenden Ausstieg vom Alltag dar. Verständlich, denn bei all der Hektik, ist die wohltuende Wärme sehr angenehm.


    Was passiert beim Saunagang?

    Die Poren öffnen sich (mit der Zeit, bei einem langsamer, beim anderen schneller), dann Schwitzen wir und empfinden es als sehr wohltuend, wirkungsvoll und entspannend.


    Sauna bei einer körperlichen Fülle ideal. Bei Blutmangel, Schwäche eher sanft zu genießen.
    Sauna für wen! @ Pixabay

    Doch was steckt dahinter?

    Aus Perspektive der TCM erfährt der Körper beim Saunagang einen Wärmeverlust. Wie das? Wie bereits beschreiben, die Poren öffnen sich. Wenn man so nachdenkt, müsste es ja logisch sein. "Offene Poren, Wärme geht raus". Doch wir erfahren beim Saunagang ja Hitze von Außen. Nur was macht Hitze von Außen? Hitze von Außen "expandiert", sie öffnet die Poren. Die uns umgebende Wärme dringt während des Saunaganges kurzfristig in den Körper ein, ja mit Sicherheit! Doch verweilt bzw. "verankert" sie sich darin nicht.

    Wir lassen uns bei 60-90 Grad "backen", eigentlich eher, durch den Aufguss, garen (wie im Dampfgarer werden wir gekocht). Das Fleisch wird zwar zart (würde man jetzt beim Kochen sagen), bei uns wird die Haut zart.

    Danach gehen wir raus ins Freie, in die Kälte, die Poren bleiben weiter offen. Manche hüpfen direkt ins kalte Wasser, die Poren bleiben weiterhin offen. Diejenigen die noch eins drauf setzen möchten, gehen Kneipen, die Poren bleiben weiterhin offen. Über die Fußsohle, den Punkt Niere 1, aber auch über die gesamten Poren der Haut dringt Kälte in uns ein. Danach gibts dann noch ne kalte Dusche als Draufgabe.

    Die meisten von uns würden danach nicht unmittelbar einer lau-warmen Duschen hinterher lechzen, verständlich. Das wäre doch viel zu warm! Nur zum Verständnis: Die Poren würden sich wieder verschließen, und Kälte könnte nicht mehr von Außen eindringen. Man könnte ja auch kurz ins Freie, danach lauwarm duschen.

    Während eines Saunagangs erfahren wir Wärme, man nimmt es körperlich war. Man ist ja auch danach aufgewärmt. Was macht den die Kälte von Außen, wenn wir ins Freie gehen? (oder die kalte Dusche). Sie dringt nicht nur in den Körper ein. Die Kälte von Außen bewirkt, dass die Wärme die sich im Inneren des Körpers befinden an die Oberfläche wandert, um den Körper dann wiederum von der von Außen eindringen Kälte zu schützen, so zusagen wird ein Schutzschild aufgebaut. Es steigt sozusagen Wärme aus unseren Nieren, unserem "Heizkessel" empor, verpufft an der Oberfläche und geht in der Tiefe, wo sie eigentlich "verankert"sein sollte verloren. Die Nieren brauchen Wärme - das hat schon unsere Oma gesagt. "Tu dir was über die Nieren, sonst verkühlst dich".


    Es ist eine Wohltat für all jene mit einem Übermaß an Hitze, Ansammlung von Schleim und Schlacke (bzw. Gär- und Fäulnisprozessen im Verdauungstrakt).

    Bei Blutmangel wird der Saunagang auch sehr nachgefragt. Aufgrund eines Mangels an wertvollen Nährstoffen im Blut, entsteht innere Unruhe, Anspannung und folglich Hitze, hier ist die Rede von "Leerer Hitze". Also einem Scheinbaren Zustand an "Hitze", folglich aus einem Mangel heraus. Diesem wird kurzfristig entgegengewirkt. Doch langfristig das Gegenteil bewirkt.


    Zusammengefasst:

    Die Hitze die uns umgibt, bringt die Poren dazu, dass sie sich öffnen. Vom Prinzip her, Wärme expandiert, also öffnet die Poren. Wiederum Käte, kontrahiert bzw. "zieht" zusammen (sieh dir gefrorenes Eis an, war doch Wasser zu Beginn). Wärme öffnet die Poren, lässt die Hitze oder Leere Hitze im Inneren entweichen. Die Kälte im Anschluss, dringt in den Körper ein und verschließt die Poren.


    Bei Kältesymptomen wie unter anderem kalten Füßen und Händen, Rückenschmerzen, morgendlichem Durchfall, Appetitlosigkeit sowie Müdigkeit und niedrigem Blutdruck etc. ist Sauna eher zu meiden. Hier ist ein Übermaß gemeint. Das "schonendste Verfahren" wäre noch max. 60 Grad Bio Sauna.


    Weiters verletzt übermäßiges Schwitzen das Blut. Der Körper schwitzt ja allgemein, um sich abzukühlen. Da ihm heiß wird, läuft das Blut „heiß“.

    Bei Blutmangel, Schwindel, niedrigem Blutdruck, trockenen Augen, Haaren, Haut, schwachem Immunsystem, Verstopfung (aus Blutmangel heraus) oder regelmäßiger Krankheit sind Saunagänge eher zu meiden.


    Auf körperlicher Ebene - aufgrund des Blutmangels (begleitet von Stress, Anspannung, innerer Unruhe, Schlafbeschwerden etc), werden Verspannungen im oberen Rückenbereich zwar kurzfristig gelockert, doch haben sie oft ihren Ursprung im Blut- und Yinmangel (bedingt durch Emotionen, Alltagsstress, viele Gedanken, Schlafmangel etc.).

    Die Nieren, sowie alle anderen Organe und der gesamte Körper bestehen aus einem „Yin“ (das materielle wie Körpersäfte, Blut, Essenz) sowie einem "Yang" Anteil wie Energie, Qi, und Wärme. Das Yin, der kühlere Anteil, die Essenz der Nieren, sozusagen der Schmierstoff oder das Wachs einer Kerze, das Öl eines Motors, läuft heiß, wird geschmolzen. Wenn das Blut verletzt wird, durch ein Übermaß an schwitzen, dann fehlt es uns wiederum an Kühlflüssigkeit. Also ein Anteil an Yin, der materielle, yinnige, kühlere Anteil, fehlt. Wir laufen heiß, es entsteht eine falsche Hitze, in der TCM "Leere Hitze" (zB Wechseljahre, Nachtschweiß, etc.).

    Ein Übermaß an Schwitzen verletzt nicht nur das Blut - Leberblut sowie Leber und Nieren stehen in Verbindung. Geht es der Leber gut so auch den Nieren. Verlieren wir nicht nur einen Anteil an "Blut bzw. Nährstoffen" bzw. Körperflüssigkeit. Wird gleichzeitig Energie vn den Nieren abgezogen. Sozusagen ein Energie- und Wärmeverlust. Den es dann zu kompensieren gilt. Zudem ist anzumerken, dass das Immunsystem seinen Ursprung in den Nieren hat. Wenn ihr Lust nach Sauna verspürt, eher eine zarte Statur, Blutmangel erfährt, der Körper geschwächt oder anfälliger für Krankheit ist, dann würde ich das langsame Aufwärmen in der Biosauna, wo die Temperatur 60 Grad nicht übersteigt oder Dampfbäder, empfehlen.


    Den „yangigen“-Personen würde ich die Sauna schon eher empfehlen. Hier meine ich vor allem Personen mit einer lauten Stimme, rotem Kopf, roter knolliger Nase, einem eher rund geformten Bäuchlein (wobei die Beinchen dünn ausfallen), erhöhten Cholesterinwerten, Bluthochdruck etc. Sauna würde ich außerdem all jenen empfehlen, welche sich hauptsächlich von Fleisch, Wurst, Schinken, Käse, Speck, fettigen und ölig gebratenen Speisen ernähren, Rotwein bzw. Wein konsumieren. Denn durch diese Speisen lagern sich Nässe, Schleim und Schlacken im Blut ab (westlich: Gär- und Fäulnisprozesse um die Darmzotten welche folglich nicht einwandfrei Nährstoffe aufnehmen können), dadurch wird dieses in seiner Viskosität (der Geschmeidigkeit) beeinträchtigt, wird eher träge und „schmierig“ und in seinem Fluss behindert. Qi- und Blutstau sind hier noch zusätzlich die Folge. Diese manifestieren sich in stechenden und/oder ziehenden Schmerzen sei es nach dem Essen im Magen oder auch am Kopf.

    Hier ist Sauna sehr hilfreich, da der Körper und das Blut durch das Schwitzen von fettigen-öligen Speisen „entschlackt“ werden und die Giftstoffe aus dem Körper ausgeleitet werden.


    Achtet auf die Signale eures Körper, tut ihm etwas Gutes – nur wählt mit Bedacht die eurer Konstitution und aktuellem körperlichen Bedarf, entsprechenden Wohltat aus 😊


    Definitiv bedarf es einer Anamnese, Diagnostik mit Zunge und Puls, damit man bei einem jeden den aktuelllen Sachverhalt sowie Konstitution und die Bedürfnisse bestimmen kann.

    Ich berate dich gerne! :)


     
     
     

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