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    Jede Menge Kalorien, kaum Nährstoffe (Kolumbienreise).

    9. Juni 2023
    4 Min. Lesezeit

    Aktualisiert: 19. Aug.

    In diesem Beitrag möchte ich euch von meiner Kolumbien-Reise und den kulinarischen Erlebnissen berichten. Denn es muss ja nicht immer die traditionelle österreichische Hausmannskost als Beispiel par excellence mit Schweinsbraten, Schnitzel, Grammelknödel, Leberkäse, Käsekrainer uvm. dienen :)

    Rückblickend muss ich feststellen, dass ich kaum Brot gegessen habe. Analog zur Brotkultur in Europa bzw. im Westen. Vielmehr waren Mais und eine Menge an hochkalorischen Nahrungsmitteln meine ständigen Begleiter. Dies hat mich dazu bewegt, diesen Artikel zu verfassen :).

    Hintergrundinfo: Während meines Aufenthaltes war ich bei Freunden, einer kolumbianischen Familie untergebracht, wodurch ich mir einen noch tieferen Einblick in die Essgewohnheiten und Kulinarik verschaffen konnte.


    Nun geht’s ran an den Mais! Dieser wird vom Geschmack her als süß und von der Thermik als etwas kühlend klassifiziert. Zudem hat Mais einen Organbezug zur Milz, dem 3-fach Erwärmer (Westlich: Metabolismus oder Stoffwechsel) sowie dem Herzen.

    Mais tonisiert das Milz Qi, fördert also die Verdauung, wodurch Körperflüssigkeiten genährt sowie Trockenheit befeuchtet werden. Zudem werden, durch den aufweichenden Aspekt, bei Verstopfung die Darmpassage sowie Auswurf gefördert, weiters das Lungen Yin genährt (trockene Lunge, chron. Trockener Husten, etc.).


    Zu meinem kulinarischen Tagesablauf:

    Morgens zum Frühstück gab es köstliche Arepas (Maisfladen, welche von der Dicke her, um einiges üppiger ausfallen als Tortillas). Diese werden mit Butter bestrichen oder im inneren mit Käse gefüllt. Zudem werden sie mit Eiervariationen, Avocados, Reis, Bohnen etc. belegt.


    Mazamorra
    Mazamorra: Getränk aus Milch und Mais. @Iga Lyszcz


    Unterwegs, als Snack und Energielieferant gab es fast an jeder Ecke Empanadas (frittierte, gefüllte Maistaschen) mit Reis, Bohnen, Fleisch, Kartoffeln und/oder Gemüse. Die Kolumbianer lieben Frittiertes! Das positive an dem Ganzen: Die Hülle und Fülle an verschiedenen Obst-, und Gemüsesorten gleicht diesen Teil der Kost zumindest wieder etwas aus.


    Empanadas
    Empanadas @Iga Lyszcz

    Empanadas (frittierte Maistaschen gefüllt mit Reis, Fleisch/Huhn, Käse, Spinat, Kartoffeln, Ananas etc.)


    Mittags, fast immer allein unterwegs, suchte ich sehr preisgünstige Restaurants auf. Da gab es meist Hausmannskost. Das „Menu del día“, so zusagen das Tagesmenü oder auch die "Bandeja Paisa" ("Bandeja" bedeutet Platte, "Paisa" aus der Region stammend), eine traditionelle kolumbianische Hauptspeise bestehend aus Rind- oder Schweinesteak, Chorizo-Wurst, Reis, Bohnen, Salat. Diese Mahlzeiten fielen stets sehr üppig, hochkalorisch aus.


    Bandeja paisa
    Bandeja paisa @Iga Lyszcz

    Die Bandeja Paisa war für mich auf Dauer zu hochkalorisch, deshalb wählte ich mittags das Tagesmenü, welches trotz allem auch sehr üppig ist. Es besteht aus einem Fruchtgetränk (Mango, Brombeere, Passionsfrucht, etc.) oder „Mazamorra“, ein Getränk aus Milch und Mais (sehr neutral, kaum gesalzen oder gewürzt). Bei der Suppe hatte ich die Möglichkeit zwischen einer Fleisch- oder Gemüsesuppe zu wählen. Bei der Hauptspeise konnte ebenfalls zwischen Rind- oder Hühnerfleisch, einem Stück frittiertem Schweine-Speck (Chicharron – vom Geschmack ähnlich wie Schmalz bzw. knusprigen Grammeln; muss man einmal probiert haben – oder teilen :) oder eine vegetarische Variante, gewählt werden. Als Beilagen wurden Reis, Bohnen, Eisbergsalat mit Karotten sowie frittierte Kochbananen (Platanos) serviert.


    Tagesmenü
    Tagesmenü @ Iga Lyszcz

    Tagesmenü:

    Gemüsesuppe, Rindsteak (Bohnen, Kochbanane, Pommes, Avocado etwas Eisberg-Karottensalat, Reis)


    Allgemeine Hintergrundinfo zum Mittagessen: Es fällt deshalb so üppig aus, um den Energieverbrauch bzw. die Arbeitsleistung der überwiegend am Land körperlich tätigen Menschen (was in der Vergangenheit noch viel viel ausgeprägter war), meist Bauern, Handwerker, etc. auszugleichen. Abends wird dann ebenfalls üppig gegessen (Ich hatte meist kaum mehr Hunger, da ich noch vom Mittagessen satt war). Die Überbleibsel vom Mittagessen (meist Reis, eine Vielfalt an Gemüse, Fleisch etc.) - Dazu kommt noch eine weitere Gemüse- oder Fleischsorte gebraten bzw. frittiert hinzu und wird mit verschiedenen Gemüsen wie Paprika, Gurken, Tomaten-Salat gereicht.

    Während meiner kulinarischen Reise fiel mir auf, dass sehr wenige Gewürze in der kolumbianischen Küche bzw. in der Familie, bei der ich diese Tage verbringen durfte, verwendet wurden. Fleisch war sehr beliebt. Auch der Kaffee. Dieser war morgens bis spät abends fixer Tagesbegleiter.


    Was das Wetter anbelangt: In Kolumbien hatte es morgens bereits 15-18 Grad, ab 10 Uhr schoss die Temperatur dann schon auf 18-22 Grad und mittags waren wird dann schon bei 25-30 Grad und aufwärts. Was den Regen betrifft (ich war Mitte Mai): Es kann muss aber nicht! Und wenn, dann regnet es kurz oder mehrere Stunden bis in den Abend hinein oder sogar durchgehend bis zum Morgengrauen, wenn man bereits den ersten Hahn krähen hört, weiter. Danach kommt dann wieder die Sonne zum Vorschein. Dieser Wetter-mix gepaart mit der oft frittierten, fleischigen Kost kann bei Menschen, die diese klimatischen Unterschiede und kulinarische Kost nicht gewohnt sind oder selten in feucht-warmes Klima reisen, zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfallerkrankungen, führen.

    Mais leitet nicht nur die Umgebungsluftfeuchtigkeit, sondern auch Nässe aus dem Verdauungstrakt sowie dem Blut aus. Ich beziehe mich auf Ablagerungen (aufgrund eines Übermaßes an fettigen, frittierten Speisen, Süßgetränken, Fleisch etc.), welche die Gefäße verkleben, und den Blutfluss hemmen können (erhöhter Blutdruck, Cholesterin etc.).

    Zudem ist die Luftfeuchtigkeit nicht nur in Kolumbien, sondern auch in Österreich, vor allem in den Herbst-, und Wintermonaten sehr hoch und dazu auch noch feucht-kalt. Über unsere Haut, als unser größtes Organ wird Nässe-Kälte absorbiert. Bei manchen von uns führt dies dazu, dass wir uns müde, träge, schlapp und antriebslos fühlen (bereits Energieschwache, körperlich tätige Personen verspüren dies umso deutlicher). Der Hintergrund: Der einwandfreie Blutfluss sowie die Funktionsfähigkeit des Verdauungstraktes werden gehemmt. Wir werden anfälliger für Infekte, Viren, Bakterien etc.

    Aufgrund des feucht-kalten Klimas im Herbst/Winter, wäre unter anderem Mais ein idealer Bestandteil eines jeden Speiseplanes bzw. sollte dieser öfters in den Alltag eingebaut werden. Sehr selten aber doch, entscheiden wir uns für Mais auf unserer Pizza oder im Sommer in Form von gegrillten Maiskölbchen. Es könnte ein bisschen mehr sein als das! :)


    Viel häufiger sollten Polenta, Maisgries, süße Himbeer-Polenta Schnitten für Groß und Klein sowie auch Soßen mit Polenta und Dinkel/Reis-/Hafermilch gebunden werden (anstatt Suppen stets mit Schlagobers und mit Mehl zu Stauben) und am Speiseplan stehen!!

    In meinem bisherigen Blogbeitrag habe ich über den positiven Aspekt von Mais geschrieben – und auch ein paar Rezeptideen vorgestellt. Schau‘ doch einfach mal rein – mit Sicherheit ist etwas auch für dich dabei.


    P.S.: Es gab natürlich auch ein vegetarisches Menu del Día ;)


    Menu del dia @Iga Lyszcz
    Menu del dia @Iga Lyszcz

    Menu del día mit reichlich Gemüse (Zucchini, Karotten, Zwiebeln etc).





     
     
     

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